Arbeitsmodi "Web Scan" und "Stack Organizer" im Index Client
Die Komponenten Web Scan und Stack Organizer versetzen den Index Client in spezielle Arbeitsmodi. In diesen Arbeitsmodi ist die Bearbeitung von Dateien auf Seitenebene möglich. Für Dateiknoten und Seitenknoten sind in diesen Modi zusätzliche Funktionen verfügbar.
Hinweis
Im Modus "Stack Organizer" sind die Funktionen zum Hinzufügen individueller Dokumente und Dateien nicht verfügbar. Zusätzliche Dokumente und Dateien können nur durch das Trennen von bestehenden Dateien erzeugt werden.
Die Komponente Web Scan dient dazu, neue Dateien in Form von zu digitalisierenden Papierbelegen zu generieren. Diese Dateien können innerhalb eines Stapels mit vorhanden Dateien gemischt werden, die aus dem Dateisystem stammen. Dies ist jedoch nicht auf Seitenebene möglich. Das ist nur im Mischbetrieb von direkt gescannten und über die Scan-Komponente aus dem Dateisystem importierten Bilddateien möglich, sofern deren Dateiformat identisch ist. Aus gescannten Bildern werden implizit TIFF-Dateien erzeugt. Importierte Bilder können alternativ auch als PDF vorliegen.
Umgang mit Dateianlagen
Eine Besonderheit des Web Scans und des Stack Organizers ist der Umgang mit Dateianlagen. Innerhalb eines Dokuments wird die erste Datei immer als primäre Datei betrachtet. Alle folgenden Dateien werden als Anlagen zu dieser primären Datei angesehen. Die erste Datei kann z. B. eine Rechnung und die weiteren Dateien rechnungsbegleitende Unterlagen sein.
Die Notwendigkeit einer solchen Dateitrennung ist abhängig von der Art der Weiterverarbeitung im xSuite-Interface-Szenario. Um die primäre Datei und die Anlagen im Szenario voneinander unterscheiden zu können, sind in der Maskendefinition unterschiedliche Namen für Primär- und Anlagendateien konfigurierbar. Beim Stack Organizer ist diese Unterscheidung namentlich fest vorgegeben. Anlagen haben immer den Namenszusatz .attach. In der Dokumentansicht des Index Clients sind die Seiten von Anlagendateien durch ein Büroklammer-Symbol in der rechten oberen Ecke der Miniaturvorschau gekennzeichnet.
Scan-Webservice
Damit die Web Scan-Komponente mit dem Treiber einer Scanner-Hardware kommunizieren kann, die lokal am Arbeitsplatz angeschlossenen ist, muss an diesem Arbeitsplatz ein Zusatzprogramm installiert und gestartet sein. Der Scan-Webservice implementiert einen lokal laufenden Webserver, der aus der Webanwendung des Index Clients über die Adresse localhost angesprochen wird. Wenn diese Adresse nicht aufrufbar ist, wird davon ausgegangen, dass der Scan-Webservice noch nicht installiert oder gestartet ist. In diesem Fall wird zur Installation des Scan-Webservices eine EXE-Datei zum Download angeboten (Datei IndexClient\xSuiteInterfaceIndexWebClientScanStarter.exe unterhalb von WebService.WebRootFolder).
Hinweis
Aufgrund von Sicherheitsrichtlinien kann für den Download und die erstmalige Installation administrative Unterstützung erforderlich sein.
Hinweis
Die Programmdatei des Scan-Webservices ist eine prozessorunabhängige Variante, die auf 64-Bit-Systemen implizit als 64-Bit-Anwendung ausgeführt wird. Wenn auf einem solchen System die Ausführung als 32-Bit-Anwendung erzwungen werden soll, weil z. B. ein anzusprechender Scanner-Treiber nur in einer 32-Bit-Version installiert ist, kann alternativ die Programmvariante xSuiteInterfaceIndexWebClientScan32.exe genutzt werden.
Google Chrome und andere Webbrowser, die auf der gleichen Engine basieren, lassen standardmäßig aus einer Sitzung auf einem anderen Server heraus keine Verbindung zur localhost-Adresse zu. Der Scan-Webservice ist erst fehlerfrei nutzbar, wenn eine solche Verbindung per Registry-Eintrag explizit gestattet wird:
HKLM\Software\Policies\Google\Chrome\InsecurePrivateNetworkRequestsAllowed = 1 [DWORD]
Die Programmdatei xSuiteInterfaceIndexWebClientScan.exe inklusive der Zusatzbibliotheken wird vom Installer unter %APPDATA%\xSuite\Interface\xSuiteInterfaceIndexWebClientScan gespeichert und automatisch gestartet. Um den lokalen Scan-Webservice TLS-verschlüsselt aufzurufen, kann ein Zertifikat, das auf localhost ausgestellt ist, erzeugt und an die Adresse des Webservices gebunden werden. Eine TLS-Verschlüsselung ist grundsätzlich erforderlich, wenn auch der von xSuite Interface gehostete Index-Client-Webservice für die Nutzung von HTTPS konfiguriert ist. Da ein aktueller Webbrowser ohne weiteren Eingriff in die Sicherheitseinstellungen keinen gemischten Sicherheitskontext zulässt, müssen alle aus einer Anwendung aufgerufenen Webservices verschlüsselt kommunizieren. Zur Bindung des localhost-Zertifikats muss das Programms in der Regel mit lokalen Administratorrechten ausgeführt werden.
Die HTTP(S)-Adresse, auf der der Scan-Webservice horchen soll, ist in der Konfigurationsdatei xSuiteInterfaceIndexWebClientScan.cfg im lokalen Programmverzeichnis hinterlegt. Diese Adresse muss mit der Adresse korrespondieren, die unter .ScanServiceUrl im Eingabesystem "WebServiceIndexClient" serverseitig definiert ist.
Der Scan-Webservice läuft im Hintergrund und ist anhand eines Tray-Icons erkennbar. Über das Kontextmenü sind Hilfsfunktionen aufrufbar, wie z. B. ein Statusfenster mit Analyseinformationen.
Für die Arbeitsdateien des Webservices wird das Arbeitsverzeichnis xSuiteInterfaceIndexWebClientScan.Work angelegt, in dem die temporären Daten eines Scan-Stapels, der sich in Bearbeitung befindet, bis zur finalen Übertragung an den Server zwischengespeichert werden. Durch die lokale Datenhaltung kann ein nicht fertig verarbeiteter Scan-Stapel nach vorzeitiger Beendigung der Webanwendung wiederhergestellt und weiterverarbeitet werden. Der Scan-Stapel wird beim nächsten Start der Anwendung automatisch angeboten, wenn dieser im Arbeitsverzeichnis vorhanden ist und in den allgemeinen Einstellungen die Option Automatisches Zwischenspeichern von Änderungen an einem Scan-Dokumentenstapel aktiviert ist.